Warum es so schwer fällt aus, dem Kopf 5 Künstlerinnen zu nennen …

 … also, Frauen, die Kunst machen, kein Binnen-I und keine Frauen, die Muse oder Modell sind …

… und was du daraus über „sich wiederholen“ in der Kommunikation lernen kannst.

Die @tatecollective fragt auf Instagram danach. Nenne 5 Künstlerinnen, ohne bei Google nachzuschauen

Ich behaupte, ich kenne mich in der Kunst aus. Ich kenne tausende Künstlerinnen, weil ich mich bewusst mit ihnen beschäftigt habe. Und trotzdem hab ich mich nicht leicht getan, mal schnell 5 wichtige Frauen zu nennen. Krass.

Wie oft denke ich über Themen, die mir wichtig sind: Das brauch ich jetzt echt nicht nochmal sagen, das weiß doch wirklich schon jeder.

Aber so ist es nicht. Wir haben so viele Dinge über Jahrzehnte immer wieder gleich erzählt bekommen, dass die „Überzeugungen“ tief sitzen.

Ich bilde mir ein, ich bin ein frei denkender und wertschätzender Mensch ohne Vorurteile. Und trotzdem habe ich manchmal eigentümliche Gedanken. Aber ich entscheide mich bewusst gegen sie. Und das ist nicht einfach, es kostet Kraft. Gegenseitige Unterstützung hilft dabei. Das Gefühl, nicht alleine zu sein mit den Gedanken.

Selbstverständlichkeit entsteht nur durch stetige Wiederholung, dadurch, dass viele Menschen das gleiche sagen oder zumindest ihre Beiträge in die gleiche Richtung zielen. Nur so entsteht ein Gegengewicht.

Stereotype sitzen so tief.

Wie lange gibt es die im letzten Jahrhundert herrschenden Geschlechterrollen schon? Gar nicht so lange wie du vielleicht denkst .. aber das führt jetzt hier zu weit. Fall es dich interessiert, frag mich und erzähl demnächst mal was dazu 🙂

Die herrschende Meinung und damit die Wahrnehmung ist .. das war schon immer so ..
So ein Quatsch.
Und damit einher geht die Idee … Frauen hatten ja keine Möglichkeit Kunst zu machen .. oder sie konnten das halt nicht so gut .. oder … oder. Und das ganze Konstrukt ist Quatsch. Vor allen anderen Gründen, hat man nicht über sie gesprochen und geschrieben. Sie wurden bewusst ausgelassen in der Geschichtsschreibung. Und damit ein falscher Eindruck erzeugt.

Das sehe ich so oft. Immer wenn Menschen in Allgemeinplätzen reden oder Glaubenssätze heranziehen kann man das so leicht hinterfragen,
Dahinter steht nur die Allgemeine Meinung zu einem Thema. Alles was davon abweicht wird automatisch als komisch und schwierig eingeordnet.

Und das ist bei weitem nicht nur bei Geschlechter-Themen so. Ein Handy braucht Tasten. Ein Unternehmen kann nicht nur im Internet existieren. Wie viele Leute brauchen schon einen Computer zuhause. Nur harte Arbeit bringt Ergebnisse. Wer Zeit hat zum Urlaub machen, nimmt seine Arbeit nicht ernst … jaja. genau so ist es 🙂

So, warum hole ich jetzt hier so aus? Zurück zum Anfang …

Wie oft denkst du über wichtige Themen: Das brauch ich jetzt echt nicht nochmal sagen, das weiß doch wirklich schon jeder.

Nein. Das weiß nicht jeder. Änderungen im Denken brauchen Zeit. Das ist wie der stete Tropfen der den Stein höhlt. Und der Stein ist die herrschende Meinung.

Meinungen und Haltungen sind Macht. Sie sind mächtig. Einfach zu denken, „das weiß doch eh schon jeder“ bedeutet aufzugeben, bevor man losgegangen ist.

Deine Meinung zählt. Sie macht die Welt zu einem bunteren und spannenderen Ort. Das nächste Mal, wenn du denkst: Das sag ich lieber nicht, das hat man doch jetzt schon oft gehört… frag dich mal wie oft die langweiligen, rückwärtsgewandten Standard-Meinungen wiederholt werden. Wie viele Filme udn Bücher behandeln die immer gleichen Rollenverständnisse und Lebensmodelle – nicht nur von Frauen. Wie viele Gespräche hattest du schon, bei denen du schon vorher weißt, wie sie ausgehen, weil man sich eigentlich immer nur wieder im eigenen Sumpf bestätigt.

Lass das hinter dir und schrei‘ das was dir wichtig ist heraus. Immer wieder. Und gerade wenn es auch andere gibt, die das gleiche denken. Gebt euch gegenseitig Support in euren abseitigen Meinungen, damit sie endlich Gehör finden und anstinken können gegen den alles platt walzenden Mainstream.

Fazit:

  • Wichtige Dinge können nicht oft genug wiederholt werden.
  • Wichtige Dinge müssen oft wiederholt werden, damit sie eine Chance haben, sich festsetzen.
  • Alles was die einengenden Standard-Meinungen hinterfragt, ist wichtig und verdient es oft und stetig wiederholt zu werden.

Also los:

Wenn dir etwas wichtig ist, das von der Standard-Meinung abweicht, sag nie wieder: Das weiß doch eh schon jeder.
Lass dich nicht aufhalten! Auch nicht von dir selbst!

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